Die Formeln
Die beiden Basiskennzahlen jeder Renditeimmobilie:
Bruttomietrendite = Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis
Nettomietrendite = (Jahreskaltmiete − Bewirtschaftungskosten) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten)
Richtwerte, an denen man sich orientieren kann
- Bruttomietrendite: Alles unter ca. 4 % (Kaufpreisfaktor über 25) ist bei einer reinen Renditeimmobilie meist schwer zu rechtfertigen. In Großstädten wie München oder Hamburg liegt sie oft nur bei 2,5–3,5 % — dort kauft man faktisch auf Wertsteigerung, nicht auf Cashflow.
- Nettomietrendite: Nach Abzug von Verwaltung, Instandhaltungsrücklage, Mietausfallwagnis und Kaufnebenkosten sollte man auf 3–4 %+ kommen, um konkurrenzfähig zu sein.
Der eigentliche Vergleichspunkt: EK-Rendite statt Rendite gegen Rendite
Eine Immobilie muss die Rendite eines ETFs (langfristig historisch ca. 7–8 % nominal, siehe Quellen) nicht eins zu eins schlagen — wegen des Kredithebels. Solange die Gesamtkapitalrendite der Immobilie (Nettomietrendite + Wertsteigerung) über dem Kreditzins liegt, hebt die Fremdfinanzierung die Eigenkapitalrendite an:
EK-Rendite = Gesamtkapitalrendite + (Gesamtkapitalrendite − Fremdkapitalzins) × Verschuldungsgrad (FK/EK)
Der Hebel wirkt allerdings in beide Richtungen: Steigen die Zinsen oder bleiben Miete und Wertsteigerung aus, verstärkt derselbe Mechanismus die Verluste.
Was in der reinen Renditezahl nicht steckt
- Steuervorteile (Abschreibung/AfA, ggf. Denkmal-AfA) — kann die Rechnung deutlich verbessern, ist hier nicht eingerechnet.
- Klumpenrisiko & Illiquidität — ein ETF ist breit gestreut und jederzeit verkaufbar, eine einzelne Immobilie nicht.
- Zeitaufwand als Vermieter, Leerstandsrisiko, unerwartete Reparaturen.
- Zwangssparen über die Tilgung — psychologisch oft leichter durchzuhalten als ein ETF-Sparplan.
Dieser Rechner rechnet vereinfacht mit konstanter Restschuld ohne Tilgung und ohne Steuern — er dient der Illustration des Hebeleffekts, nicht der exakten Cashflow-Planung.
Quellen zum Nachlesen
Dieser Rechner dient der überschlägigen eigenen Analyse und ersetzt keine steuerliche, rechtliche oder finanzielle Beratung.